Abschied mit Hindernissen

der Jahrgang 19/20 erhält seine Zeugnisse

Eigentlich ist es für eine Schule eine gewisse Form von Routine, in jedem Jahr neue Schüler und Schülerinnen zu begrüßen und alte nach Jahren des gemeinsamen Lernens in ihr Berufsleben zu entlassen. So war es immer, so auch im letzten Schuljahr und doch war alles ein wenig anders. Den 86 Absolventen und Absolventinnen des „Corona-Jahrgangs 19/20“ blieb es verwehrt, ihren Abschluss so zu feiern, wie dies bisher Tradition und Sitte gewesen war.

Nichtsdestotrotz bemühte sich die Helmut-Rau-Schule im Rahmen ihrer und der rechtlichen Möglichkeiten unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln diesen Abschied würdig zu gestalten und zu einem Ankerpunkt im Gedächtnis derer zu machen, die nun eine Phase ihres Lebens abschlossen und vorfreudig in eine neue aufbrechen. Die feierliche Übergabe der Zeugnisse fand am 28.07. bereits nachmittags in der Waldhalle und in mehreren Gruppen nach Klassen organisiert, statt.

Da das Singen verboten war, hatte sich im Vorfeld eine Lehrerband gegründet, die mit Schlagzeug, Klavier, Bass und Geige das Programm musikalisch umrahmten. Frau Rektorin Kuhn gratulierte zunächst den 13 Schülern und Schülerinnen zum Erreichen des Hauptschulabschlusses und zog ein positives Resümee dieses ersten Jahrgangs seiner Art auf der Realschule. In den Worten des Physikers Albert Einsteins gab sie den Zuhörern auf den Weg vor allem neugierig zu bleiben. Von allen sei dies die größte Begabung. Den 73 Absolventen der Mittleren Reife gab Frau Kuhn Gedanken zur Vorfreude mit auf ihren Weg ins Leben. Diese sei in unserer Zeit der digitalen Kommunikation eine jener Emotionen, die es neu zu lernen gelte.

Gerade unseren Absolventen, den Jungen und Mädchen gebührt in diesem Jahr besonderer Respekt, mussten sie jenen schweren Gang durch Vorbereitung und Prüfung doch unter widrigen Umständen antreten. Sie alle haben diese Herausforderung mit Bravour gemeistert und dürfen Stolz auf ihre erbrachten Leistungen sein.

Anerkennung verdienten aber ebenso die Vertreter und Vertreterinnen der Elternschaft, die das Kunststück vollbrachten, an diesem Abend eine musische Einlage mit Tanz, Schauspiel und Musik auf die Bühne zu bringen, und dies unter Wahrung sämtlicher Hygieneauflagen.

Trotz der respektablen Leistung der Eltern, waren natürlich die Schüler und Schülerinnen die Stars des Abends. Die Zeugnisse und vielleicht noch manch Auszeichnung in den Händen, Worte des Lobs und auch der Mahnung in den Ohren und ein Feuer in den Herzen wurden unsere Schüler-und Schülerinnen, die wir so lange begleiten durften, in eine – ihre neue Zeit verabschiedet.

Wir hoffen, dass sie noch oft und mit Wohlwollen an uns zurückdenken werden.

Der Abschied ist bekanntermaßen der Beginn der Erinnerung.

K.Schlicht