Helmut Rau Schule Mainhardt
Praktikantin Alexandra Leiß markiert Fichten, die im Forstrevier Stollenhof bei Wüstenrot gefällt werden sollen. Revierleiterin Maike Muth schaut zu.
  • Praktikantin Samira Maxeiner erkundet das Berufsbild der Kauffrau für Versicherung und Finanzen
bei der Bezirksdirektion Müller & Müller GmbH.
  • Im Rathaus Wüstenrot erstellt Lisa Blümlein Serienbriefe. Sie erkundet den Beruf
Verwaltungsfachangestellte.
  • Praktikantin Alexandra Leiß markiert Fichten,
die im Forstrevier Stollenhof bei Wüstenrot
gefällt werden sollen. Revierleiterin Maike
Muth schaut zu.

BORS Praktika 2013

'Erst informieren, dann entscheiden' – Vom Traumjob zum Wunschberuf

„Ein Praktikum ist immer sinnvoll“, sagt Forstrevierleiterin Maike Muth vom Stollenhof bei Wüstenrot. „Schnupperpraktika gewähren Einblicke in die Praxis und sind hilfreich bei der Berufswahl. So können teuere und frustrierende Fehlentscheidungen vermieden werden.“

Die Berufswahl ist die erste wichtige Lebensentscheidung, die Jugendliche für sich selbst treffen müssen. Schule, Eltern und Berufsberatung können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. „Aber den richtigen Weg ins Berufsleben zu finden, ist für Jugendliche nicht einfach“, weiß Berufskundelehrer Gerhard Häberlin die schwierige Situation vieler Fünfzehn- bzw. Sechszehnjähriger richtig einzuschätzen. In der Helmut-Rau-Schule bekommt jeder Realschüler die Möglichkeit an einem organisierten „Schülerbetriebspraktikum“ teilzunehmen. Schon seit Jahren absolvieren Mitte März die Neuntklässler individuelle Schnupperlehren. Diesmal sind über sechzig Betriebe dabei. Lehrer, Eltern und Berufsberater sowie Bildungspartnerschaften unterstützen die jungen Leute dabei, eine Entscheidung für eine Ausbildung zu treffen.

„Am Ende der Schulzeit wird heute kein Lebensberuf gewählt“, betont Berufsberaterin Nicol Bürner. „Wer heute einen Beruf erlernt, wird diesen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr sein Leben lang ausüben, denn die Arbeitswelt verändert sich rasant.“

In mehreren Unterrichtsbausteinen erarbeiten sich die Schüler eine Orientierung bei der Berufswahl und lernen auch Themen wie „Arbeitswelt im Wandel“, „Arbeitsmarkt“ oder „Soziale Sicherung und Lebensplanung“ kennen. Sie müssen darüber eine Projektmappe führen und in einem Prüfungsgespräch ihre erworbenen Qualifikationen unter Beweis stellen. „Jugendliche lassen sich oft von Mitschülern oder Freunden beeinflussen und entscheiden sich dann vorschnell für oder gegen einen Beruf“, sagt Berufskundelehrerin Nadine Weber, „und viele legen sich fest, bevor sie sich über die Berufsvielfalt informiert haben.“ Deshalb sei eine längerfristige Beschäftigung mit diesem Thema nach dem Motto „Erst informieren, dann entscheiden“ Pflicht für alle achtzig Schüler.

„Ziel von Unterricht und Praktika ist es, dass jeder Berufseinsteiger mehrere Alternativen – auch aus dem Spektrum der weniger bekannten Berufe – ins Auge fassen sollte und sich schließlich frühzeitig und vielfältig bewerben kann“, stellt Lehrerin Nadine Weber klar. „Bis zum Traumjob ist es ein langer Weg. Gut, wenn man sich rechtzeitig informiert, denn es nützt einem nichts, wenn der Beruf zwar allgemein als angesagt und trendy gilt, aber überhaupt nicht zur eigenen Person passt,“ sagt Schülerin Alexandra Leiß, die noch nicht so genau weiß, ob sie eine Ausbildung anfangen oder noch weiter auf die Schule gehen soll.